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Abfall

CAU Kiel - erste Hochschule Deutschlands mit Abfallvermeidungskonzept

In den Jahren 2011 bis 2015 fielen an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel jährlich rund 1.300 Tonnen Abfall an. Die Verwertungsquote lag bei lediglich 30 Prozent. Im Auftrag von klik erstellte die cyclos GmbH in den Jahren 2017/2018 ein fundiertes Konzept zur Abfallvermeidung für die CAU. Dieses Abfallvermeidungskonzept ist das erste seiner Art für eine Hochschule in Deutschland. Anhand von zwei Sortierkampagnen wurde der Abfall der Uni im Detail erfasst und auf das ganze Jahr hochgerechnet.

Die systematische Auswertung des an der CAU anfallenden Abfalls ergab, dass sich 15 bis 30 Prozent der Universitätsabfälle vermeiden lassen. Dabei handelt es sich vornehmlich um Papier und Kunststoffe, wie zum Beispiel unbenutzte Papierhandtücher, veraltete Druckerzeugnisse, einseitig bedrucktes Papier und kaum gefüllte Mülltüten aus Kunststoff.

Gemeinsam mit der studentisch geführten AG Abfallvermeidung initiiert und begleitet klik Maßnahmen zur Abfallvermeidung an der CAU. Im Jahr 2019 war das Abfallaufkommen gegenüber 2015 um 40 Prozent gesunken. Gleichzeitig erhöhte sich die Verwertungsquote auf über 50 Prozent.

Abfall-bis-2019

Abb.: Entwicklung des Abfallaufkommens an der CAU von 2011 bis 2019

Unnötig anfallenden Abfälle sollen als erstes vermieden werden. So wird seit 2019 qualitativ besseres Papier in den Papierhandtuchspendern eingesetzt. Dadurch lassen sich rund 10 Tonnen Papierhandtuchabfall pro Jahr vermeiden. Ein erhebliches Vermeidungspotenzial konnte dadurch erschlossen werden, in dem die Auslagen von Werbe- und Infomaterial den Bedarfen angepasst wurden. Auch die fortschreitende Digitalisierung führt zu einem verringerten Papierbedarf. Weitere 10 Tonnen Kunststoffabfall werden dadurch vermieden, in dem sich künftig nicht mehr in jedem Büro neben einem Papierkorb ein Abfallbehälter mit einer Kunststofftüte für den Restmüll befindet. Die geringen Mengen an Restmüll werden künftig an zentraler Stelle, z.B. in den Teeküchen, getrennt erfasst. Die Maßnahmenvorschläge wurden ökobilanziell bewertet um Rebound-Effekte und Verlagerungen von Umweltbelastungen zu vermeiden.

Zwischenbericht:
Abfallvermeidung ist möglich.
Erfahrungen an der Kieler Universität.
In: Müll und Abfall, 8/2019, S. 390 - 397 (PDF-Datei, ca. 1 MB). Stand: Juli 2019


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